Unser erster Urlaub mit dem Wohnmobil

24. Juni 2019



So weit das Auge reicht, sieht man nichts außer Strand und Wasser. Man kann das Meer rauschen hören und der Wind kitzelt an der Nase. Die Sonne geht am Horizont unter und man genießt seine Freiheit. Heute hier und morgen da. Ungebunden und ungezwungen. Wenn man möchte, steigt man ein und fährt weiter zu den Bergen, wo Schnee liegt und man sich einen warmen Espresso bei leicht kühlen Temperaturen gönnt.

So schön könnte ein Urlaub sein, frei im Wohnmobil...



... doch jetzt zur Realität.

Wir waren zehn Tage mit dem Wohnmobil unterwegs. Mein Mann, mein Sohn und ich. Abfahrt war in der Nähe von München und der erste Stopp an einem Stellplatz unter dem Schlern. Hier waren wir ganz auf uns gestellt ohne Wasseranschluss und etc. Doch so ein Wohnmobil hat ja alles. Eine Dusche, ein Klo, ein Herd ...

Weiter ging es zum Campingplatz an der Adria. Denn wir mussten das dreckige Wasser ablassen, sowie neues auffüllen und das Klo wollte auch einmal geleert werden. Alles Fakten die man nicht vergessen sollte. Vor allem, weil die nach drei Tagen immer wieder aufblinken. Ich fand dieses Thema ziemlich nervig und nicht so schön idyllisch und abenteuerlich, wie man es immer auf Bildern in Filmen oder in Büchern sieht. Doch das ist die Realität, darum gibt es auch Campingplätze. Dort werden die Wohnmobile entleert und wieder aufgefüllt.

Die Rückfahrt war mit vollen Behältern, mehr Abenteuer gibt es wohl nicht auf einer Fahrt, wenn man den Pass hochfährt und man ständig hofft, dass nichts herausschwappt. Doch die letzte Übernachtung vor der Heimreise war sehr schön am Großglockner. Wir hatten gut Luft und Platz. Hier kam bei mir auch das erste Mal Gefühl von Freiheit auf.



In den ganzen zehn Tagen habe ich mir auch einige Gedanken gemacht. Fakten, die man überdenken sollte, bevor man eine Wohnmobilfahrt beginnt.

Campingplatz oder Stellplatz?
Wir waren den ersten Tag auf einen Stellplatz und danach sieben Tage auf einem Campingplatz. Auf einen Stellplatz kommt mehr das Freiheitsgefühl hoch als auf einen Campingplatz, weil man auf dem Campingplatz einen festen Platz von ca. 100 qm oder weniger und der Nachbar gleich neben einen steht. Wenn man viele Menschen mag sowie das gesamte Campingplatzprogramm vom Sport, zu Disco am Abend und ständige Aktivitäten, dann ist man hier genau richtig. Ansonsten sollte man vielleicht doch einen Stellplatz bevorzugen ist auch in der Regel viel günstiger bis kostet manchmal sogar gar nichts.

Wie viel Platz braucht ein Mensch?
Dadurch das ich lange Zeit in einer Einzimmer Wohnung am Rosenheimer Platz gewohnt habe, war ich kleiner Räume schon gewohnt und fühlte mich da drin eigentlich schnell sehr wohl. Doch ein Wohnmobil mit drei Personen ist noch einmal etwas anderes. Man muss schon überlegen, wo man hingeht, wenn ein anderer vorbei möchte oder was man aus den Schränken nimmt ohne, dass es der nächste gleich wieder um schmeißt. Ich persönlich fand es einfach zu eng. Ständig habe ich mir die Ellenbogen oder das Knie gestoßen.

Man sagt zwar, ihr macht einfach die Tür auf und breitet euer Wohnzimmer draußen aus. Doch, wenn einer im Wohnmobil ist, möchten die anderen auch immer mit rein. Ihr seht, es sind immer irgendwie alle mit drinnen.



Öffentliche Duschen
Eine große Sache die ich am liebsten Meide, aber im Wohnmobil nicht möglich war. Dadurch das, dass Bad eine kleine Besenkammer war und man eigentlich auf dem Klo duscht, habe ich es doch vorgezogen die öffentlichen Duschen aufzusuchen und war doch positiv überrascht. Wie sauber es war. Ok, wir hatten ein fünf Sterne Campingplatz, ein bisschen Luxus braucht man dann doch. Nur die Vorstellung jeden Tag die Dusche im engen Wohnmobil zu säubern und dann auch jedes Mal gleich wieder mit Wasser zu befüllen, war mir der Weg zu den sauberen, öffentlichen Duschen Wert. Aber ihr müsst auch Wissen in diesen öffentlichen Duschen hört ihr alles. Ich meine wirklich Alles! Da drin ist ein Lärmpegel, wie auf einem Festival. Schreiende Kinder, beruhigende Eltern die singen und Gedichte aufsagen, Teenager... jetzt höre ich lieber mal auf.

Ruhezeiten
Das beste was auf einen Campingplatz passieren kann. Diese zwei Stunden am Mittag, wo die Musik ausgeht, niemand in den Pool darf und die Roller, Skateboarder ... von den Straßen wegbleiben. Diese Zeit haben wir sehr genossen und Kraft getankt für den restlichen Tag.




Restaurant oder selber kochen?
Theoretisch habt ihr in euren Wohnmobilen alles, was ihr braucht. Ein Herd und Gas zum Betreiben. Doch möchte man bei 33 Grad Nudeln kochen? Die meisten Camper hatten immer ihren Grill dabei und schmissen den am Mittag sowie am Abend an. Das ist aber nichts für mich, wir haben schnell bei Google Map nach einem Restaurant außerhalb des Campingplatzes gesucht und gefunden. Ein niedliches Restaurant, wo vor allem einheimische hingingen. Wir haben uns von Anfang an dort wohlgefühlt und waren seit diesem Tag jeden Abend dort. Doch ihr habt die Möglichkeit im Wohnmobil immer selber zu kochen mit Gas. Diese Ungebundenheit ist eigentlich schon schön.

Der Traum von Wohnmobil?
Ich habe mir das gesamte Thema Wohnmobil doch idyllischer vorgestellt. Einsam in der Prärie mit einem wunderschönen Strand oder Wald als Hintergrund. Alleine unterwegs, vielleicht mit nur wenigen Nachbarn. Am Tag unternimmt man etwas und am Abend freut man sich zum Wohnmobil zurückzukommen, man kocht sich etwas Leckeres und genießt die Landschaft beim Abendessen. Doch in Europa ist alles so überlaufen, vor allem in der Ferienzeit, dass du nie nirgendwo alleine bist. Dann dieses Manko mit Wasser auffüllen und Klo Entsorgung. Ich dachte immer, man kommt länger damit aus. Ich dachte, aber auch das im Wohnmobil kuschelig ist und es mal schön ist enger zusammen zu sein. Doch meine Wohnmobil-Bilder stammen eher aus Kanada oder Norwegen, wo man vielleicht wirklich Mutterseelen allein ist.



Würde ich wieder einen Urlaub mit dem Wohnmobil machen?
Es gibt bestimmt ein Für und Wider zum Thema Wohnmobil. Manchen wachsen damit auf und fühlen sich damit rundum wohl. Ich kannte es nicht aus meiner Kindheit und bin in diesem Urlaub das erste Mal damit gefahren und habe gemerkt das es für mich persönlich nichts ist. Die Gründe habt ihr in diesen Blogpost schnell mitbekommen.

Ich weiß das viele dieses Wohnmobil Leben toll finden. Meine Schwiegereltern sind auch große Wohnmobil Fans und ich freue mich für meinen Sohn, dass er das Wohnmobil fahren, schlafen und wohnen sehr spannend und mit Freude daran geht. Bestimmt wird er mal ein großer Wohnmobil-Freund.


Was sind eure Wohnmobil-Erfahrungen?

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